Ruff, Thomas

Als erster Künstler nutzte Thomas Ruff (geb. 1958) für großformatige Abzüge das Diasec-Verfahren, das zuvor bereits in der Werbung eingesetzt wurde. Von 2000 bis 2006 leitete Ruff, selbst ein ehemaliger Meisterschüler Bernd Bechers, die Klasse für Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf. ...

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...Thomas Ruffs Werk kennzeichnet bis heute eine umfassende Beschäftigung mit der Bedeutung und den Möglichkeiten dieses Mediums als einem bildlichen Informationsträger. Er untersucht die visuelle Aussagekraft in allen Formen des Mediums, angefangen von Porträts über Architektur- und Presse-Fotografien bis hin zu Bildern aus dem Internet. Umfangreiche Serien wie die Interieurs, Porträts, Häuser, Sternenbilder, Zeitungsfotos und Nachtaufnahmen sind dabei entstanden. Die Motive der Jpeg-Serie stammen von Vorlagen aus dem Internet, von Ruffs eigenen Aufnahmen oder gescannten Abbildungen. Er vergrößert das digitale Bilddokument weit über die Grenzen der im Jpeg-Format gespeicherten Bilddaten und reduziert gleichzeitig die Anzahl der Pixel. Dadurch wird das Motiv unscharf, ist von mosaikartigen Quadraten dominiert und als künstliches Abbild entlarvt. Gleichzeitig gewinnen die Bilder, wie das Diptychon »Jpeg fl01 / Jpeg fl02«, ein Landschaftsidyll mit Wildbach und bewaldeter Uferböschung, durch die digitale Zersetzung in Farbfelder eine fast malerische Qualität. 

Jpeg fl01 / Jpeg fl02, 2007

Diptychon C-Print, Inkjet auf Papier, mit Diasec Face kaschiert, 2-teilig

Je 252 cm x 188 cm

VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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