Nils-Udo

Nils-Udo wurde 1937 in Lauf an der Pegnitz geboren.

Metaphysik und Religion galten in der Romantik als probate Mittel, um neue Erfahrungsmöglichkeiten aufzutun, die Friedrich Schleiermacher, der wichtigste romantische Theologe, als Sinn und Geschmack fürs Unendliche umschrieb...

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...Der religiös erweckte Sinn ist offen für die Schönheit der Welt, richtet den Blick nach oben, ist bereit für ekstatische Momente der Loslösung aus den Fesseln der irdischen Existenz. Damit zielt das Religiöse – wie die Kunst – nach Novalis auf die Erhebung des Menschen über sich selbst. Einen solchen Weg in die Höhe, wenn auch nur einen symbolischen Aufstieg, ermöglicht die Außeninstallation von Nils-Udo, eine große Erdaufschüttung, deren Spitze, ein Geflecht aus Weidenruten und Ästen, ein fragiles, durchlässiges Gehäuse bildet. Der Tabernakel, so der Titel der Arbeit, beherbergt in der Kirche die geweihten Hostien, also das Objekt gewordene Geheimnis der Transsubstantiation. In der katholischen Liturgie ist Christus nach der Wandlung in Leib und Blut gegenwärtig, und in der Kommunion haben die Gläubigen Anteil an seinem Opfertod, den sie als stärkende Einverleibung erfahren. Nils-Udos Tabernakel ist aber kein Behältnis für das Heilige, sondern ein Hügel.

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