Masuyama, Hiroyuki

Zeit und Raum stehen im Zentrum der Kunst von Hiroyuki Masuyama (geb. 1968). In verschiedenen Motiven – Mensch und Landschaft – versucht der Künstler durch filmisches oder fotografisches Festhalten von Bewegung und Veränderung diesen abstrakten Ordnungen nachzuspüren. Ausgangspunkt ist immer die Realität, die durch Silmutaneität und Montage Bedeutungsebenen hinzugewinnt...

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... Die Leuchtkasteninstallation „Frankfurt – Tokyo“ entstand 2002 im Auftrag der ALTANA AG. Als Vorgabe erhielt Hiroyuki Masuyama nur die architektonischen Maße des vorbestimmten Ortes. Die Fotoarbeit von zehn Metern Länge präsentiert fast den gesamten Flug von der Mainmetropole bis zur japanischen Hauptstadt. Etliche Einzelaufnahmen – während der etwa zehnstündigen Reise entstand in jeder Flugminute ein Bild – fügen sich durch digitale Technik zu einer Einheit. Mit den Motiven Flug und Landschaft transportiert und kombiniert der Künstler auf mehrfache Weise sein Anliegen: Beide Elemente visualisieren auf verschiedene Weise Veränderung und Bewegung. Der Flug, die Reise generell, dient als Mittel der Fortbewegung in Zeit und Raum und zugleich auch als deren Metapher. Die Bewegung, das Fortschreiten verändert. Endlose Metamorphose und vergehende Wochen und Monate symbolisieren die Natur im beständigen Lauf der Jahreszeiten. Parallel suggeriert sie in ihrer Endlosigkeit Ewigkeit und somit auch Zukunft. Natur in ihrem Wandel fotografisch festzuhalten – sei es der Wechsel der Jahreszeiten, sei es der Wechsel der Landschaftsformationen – hebt das Moment der Veränderung, das zeitliche Verrinnen hervor. Die einzelnen Aufnahmen zu einem monumentalen Bild zu vereinen, betont hingegen die Kontinuität der zeitlichen Abläufe und die Dauerhaftigkeit. Die distanzierte Sicht aus der Vogelperspektive unterstreicht das zeitlich Erhabene. Darüber hinaus verleihen die überaus ansprechende Ästhetik und die an suggestive Werbung erinnernde, leuchtende Präsentation der Fotoarbeit „Frankfurt – Tokyo“ einen sehnsuchtsvollen Aspekt. Somit verschmelzen in „Frankfurt – Tokyo“ sinnbildlich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und demonstriert eine Vision von Ewigkeit, die über Zeit und Raum steht. In diesen zeitgerafften und miteinander verschmolzenen Landschaftsaufnahmen aus der Luft verdichtet sich das Kunstwollen Hiroyuki Masuyamas auf eindringliche Art und Weise.


Hiroyuki Masuyama, Frankfurt - Tokyo, 2002
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