Goldsworthy, Andy

Das Hauptinteresse des britischen  Land-Art-Künstlers Andy Goldsworthy (geb. 1956) gilt der Zeit. »Bewegung, Wandel,  Licht, Wachstum, Zerfall«:  Sie offenbaren die »Energien« der Natur in ihrer Kontinuität und zugleich in ihrer Vergänglichkeit...

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...Der Künstler hält den Verlauf des Vergehens fotografisch  fest und erzielt dessen sonst unerreichbare Verewigung.  Die Fotografien sind Unikate,  die oftmals  zu einer Serie von zwei bis drei Bildern zusammengestellt werden.  Innerhalb seines künstlerischen Schaffens setzte sich  Goldsworthy  mit  verschiedenen   Aspekten   des  Zeitmoments  auseinander.  Die Anfänge  sind  gekennzeichnet   von  der  Relation   zwischen  einem  konkreten Ort  und einem  bestimmten   Augenblick.   In  späteren   Arbeiten   fließt  die  Vergangenheit,  die Geschichte  der Umgebung in die schöpferischen  Überlegungen  mit ein. Das jüngste Element  ist der Zukunftsgedanke: Die Vollendung  der Arbeit  empfindet  Goldsworthy als den Anfang eines Weges. Das Wirken  des Künstlers wurde 2000  in der Dokumentation »Rivers and Tides« (»Fluss der Zeit«) von Thomas  Riedelsheimer  filmisch festgehalten. Der Film offenbart den oftmals  langwierigen  Prozess des Entstehens  und  Vergehens in der Arbeit Goldsworthys.
»Sandstone« entstand  im Zeitraum  vom 31. Juli bis zum 5. August 2000. Als Ort wählte Goldsworthy einen kleinen Abschnitt  an der schottischen  Ostküste bei Collieston, mehr als 30 Kilometer  von Aberdeen  entfernt. Innerhalb von sechs Tagen  veränderte  er ein und  denselben  Stein  am  Strand  mit  aufgestreutem  oder  aufmodelliertem  Sand  oder Lehm aus der Umgebung.  Die Witterungseinflüsse, Wind und Wasser, veränderten bzw. zerstörten die Gestaltung innerhalb eines Tages. Der Künstler  hält  mit der Kamera  in zwei verschiedenen  Perspektiven  und mitunter zu unterschiedlichen Tageszeiten vorwiegend den Zustand der Vollendung  fest. »Auf diesem Höhepunkt verfügt die Arbeit über eine Intensität  [...]. Entstehung und Verfall sind gleichermaßen  präsent.« Ort und Datum  jeder neuen Formgebung sind meistens auf dem Fotopapier der Weitwinkelaufnahme  notiert.  Die sich täglich  wandelnde Gestaltung und  ihre fortwährende Zerstörung wiederholen  subtil und zeitgerafft den natürlichen Ablauf von Entstehen  und Vergehen. Die Verwendung desselben Steins an derselben Stelle betont  zum einen die Veränderung als solche  und  demonstriert zum  anderen  die Beständigkeit  der  Naturkräfte.  Die Zeit lässt diesen Prozess sichtbar werden.


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Aus der Serie Sandstone, Collieston, Aberdeenshire, 31 July – 5 August 2000, 2000
Fotografie
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1 39x39cm  
2–5,7–8 24x24cm
6, 10–15 39 x 39 cm

 

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