Basch, Gabriele

In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Gabriele Basch (geb. 1964) immer wieder

mit Piktogrammen und Logos unterschiedlicher Herkunft...

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...Ihre großformatigen Scherenschnitte erscheinen als motivische Collagen aus vegetativen, zivilisatorischen, aber auch imaginativen Formfindungen. So erweist sich der vermeintlich vegetative Ausschnitt des mehrteiligen, großformatigen Papierschnitts schon auf den zweiten Blick als eine Komposition verschiedener Zeichen unterschiedlichster Art und Herkunft.

Schon die Arbeits- und Vorgehensweise der Künstlerin schließt dabei aus, dass es sich hier um Landschaften im klassischen Sinn handeln könnte. Dies bestätigt auch der Bildtitel, der lapidar und auf die Technik bezogen "Cut-outs" lautet und jeder romantischen Assoziation mit sachlicher Terminologie entgegenarbeitet. Basch schöpft vielmehr aus dem Formenkanon unserer alltäglichen Sehgewohnheiten: Unser Blick verstrickt sich in der Anziehungskraft jener vielfach geschichteten Bildgefüge und unverorteten Szenarien, die sich dem unmittelbaren Zugriff entziehen. Der Ausschnitt ihrer Landschaft wirkt dabei bedeutungslos im eigentlichen Sinne. Hier wird keine Geschichte erzählt, kein Naturgefühl erzeugt. Es gibt keinen Weg in die Landschaft hinein; das 'Unterholz' scheint eine unüberwindliche grüne Grenze zu bilden. Das Bild bleibt so vor allem ein Seherlebnis. Es ermöglicht ein optisches Abtasten der faszinierend perfekten Oberfläche, ein verblüfftes Staunen vor dem Flimmern der Motive, vor deren Auflösung und visueller Rekonstruktion durch das Auge selbst. Durch diese inhaltliche Entleerung wird die Natur zu dem, was sie in erster Linie ist: etwas Vorgefundenes - durchsetzt mit Zeichen einer Zivilisation.

Bei der räumlichen Präsentation werden die Schnitte mit wenigen Nägeln etwa 1-2 Zentimeter vor der Wand hängend befestigt. Dadurch kann die rückseitige Farbe von der Wand reflektiert werden. So kommt es zu der irritierenden Raumillusion, die für das Werk der Künstlerin charakteristisch ist. Wie in der Bildhauerei dehnt sich das Formgefüge in den angrenzenden Umgebungsraum aus.

Cut-Outs 2: block, 2002
Pappe, Sprühlack
Ca. 450 x 133–150 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2016

 

 

Fleck III, 2003
Öl auf Nessel
110 x 140 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2016

 

 

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