THOMAS WREDE

Modell Landschaft
Fotografie
12. März bis 5. Juni 2017

Das Museum Sinclair-Haus zeigt die erste umfassende Werkübersicht des Künstlers, die mit Fotografien von den frühen 1990er Jahren bis zu den aktuellen Werkgruppen erstmals die Zusammenhänge und künstlerischen Entwicklungen der Arbeiten von Thomas Wrede dokumentiert. Sein Ausgangspunkt ist dabei immer wieder die Sehnsucht nach der Natur und die Frage nach ihrer medialen Vermittlung und ihrem Abbild.

„Die Wirklichkeit ist eine Frage der Perspektive.“

Thomas Wrede
 

Real Landscapes, Früher Morgen bei den Korallenmoosinseln (Detail), 2012
Liegende und Spielende, 2004, aus der Serie „Seascapes“
Ohne Titel, 1997, aus der Serie „Magic Feelings“
Ohne Titel, 1997, aus der Serie „Magic Feelings“
Wald, Bottrop-Kirchellen, 1997, aus der Serie „Magic Worlds“
Die Vögel stehen in der Luft und schreien, 1994
Achterbahn-Ruine („Wilde Maus“) (Detail), 2013
Wrapped Landscapes, Blühende Obstbäume, 2004
Real Landscapes, Nach der Flut, 2012
Domestic Landscapes, Gebirgslandschaft mit Kissen und Stehlampe, 2000

Auf der dänischen Insel Samsø entstehen Anfang der 1990er Jahre Fotografien einer sterbenden Landschaft, deren Oberfläche von landwirtschaftlich genutzten Kunststoffbahnen entstellt wurde. Wrede zeigt hier gleichermaßen das Hässliche und das Pittoreske dieser von Plastikfolien durchwirkten Landschaft. 1994 hält er in großformatigen Schwarz-Weiß-Arbeiten die Abdrücke des Aufpralls von Vögeln auf Fensterscheiben fest, die wie Geister zwischen dem Hier und dem Jenseits, zwischen dem Moment und der Unendlichkeit zu schweben scheinen.

Schließlich beginnt Wrede zunehmend die Grenze zwischen Abbild und Wirklichkeit zu suchen. Die Welt wird in seinem Werk mehr und mehr als eine Art Modellbausatz wiedergegeben, als eine große Inszenierung im kleinen Maßstab, zwischen Idyll und Katastrophe. In seinen „Real Landscapes“ werden etwa Spielzeugautos und kleine Modellhäuser auf den Stränden der Nordseeinseln und Sandgruben so platziert, dass aus einer Pfütze ein See und aus einem Erdhaufen ein Gebirge entsteht. Die fotografische Täuschung seiner Scheinwelten wird nicht durch digitale Bearbeitung, sondern durch das Fehlen von Größenverhältnissen in der realen Landschaft hervorgerufen. In weiteren fotografischen Serien zeigt Thomas Wrede den Versuch des Menschen, in Freizeitparks „realistische“ Landschaften zu bauen und alltäglichem Wohnraum durch Naturtapeten Weite zu geben. Die „Seascapes“ schließlich, Fotografien von sommerlichen Strandszenen, wirken irritierend inszeniert und unwirklicher als die „Real Landscapes“. Und genau durch dieses verwirrende Wechselspiel von „Schein“ und „Sein“ weist Thomas Wrede mit seinem Werk sukzessive darauf hin, dass unser stets individuelles Bild von der Realität letztlich von der jeweiligen Perspektive abhängt.

Thomas Wrede (geb. 1963) studierte an der Kunstakademie Münster (Meisterschüler 1991) und bei Dieter Appelt in Berlin. Seit 2015 lehrt er als Professor für Fotografie und Medien an der Hochschule der bildenden Künste in Essen.

PROGRAMMHEFT

Zum Seitenanfang  ↑

ADRESSE MUSEUM

MUSEUM SINCLAIR-HAUS
Löwengasse 15
Eingang Dorotheenstraße
61348 Bad Homburg v. d. Höhe

T +49 (0) 6172 404-120
E-Mail

BÜROADRESSE TEAM

ÖFFNUNGSZEITEN

Di 14–20 Uhr
Mi bis Fr 14–19 Uhr
Sa, So und Feiertage 10–18 Uhr
25., 26.12. und 1.1. von 12–18 Uhr

Montags sowie am
24. und 31.12. geschlossen.

Für den Ausstellungsumbau bleibt das Museum bis einschließlich 11. März geschlossen.

EINTRITTSPREISE

Regulär 5 € (ermäßigt 3 €)
Familienkarte 12 €
Mit Kulturpass 1 €, mit Museumsufer- oder ICOMcard Eintritt frei
Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Mittwochs für alle Eintritt frei