Verzweigt

Bäume in der zeitgenössischen Kunst
30. November 2014 bis 22. Februar 2015

Mit dem Zyklus, den der Baum jährlich durchläuft, mit seiner stetigen Erneuerung, steht der Baum nicht nur wesenhaft für die menschlichen Lebensalter, sondern ist auch universell ein Symbol für den Lauf der Welt und des Lebens. Auch optisch gleichen die Verzweigungen seiner Äste und Wurzeln den Adern und Gehirnverästelungen im menschlichen Körper, einem Flussdelta oder Blitzen – eine Grundstruktur, die überall auf der Welt vertreten ist und Leben ermöglicht. Auch der „Stammbaum“ folgt sinnbildlich diesem Muster.
 

Jean-Michel Basquiat, Ohne Titel (Car Freshener), ca. 1984
Claire Kerr, Wallpaper Panorama, 2011
Stefan Sehler, Ohne Titel (Ausschnitt)
Laura Ford, Nature Girl (Stump Girl), 1996
Doug & Mike Starn, Structure of thoughts #6, 2001
Ulrich Erben, Aus der Serie Camposanto, 2000
Darren Almond, Night & Fog, 2007

Nichts ist für mich mehr Abbild der Welt und des Lebens
als der Baum. Vor ihm würde ich täglich nachdenken,
vor ihm und über ihn …

Christian Morgenstern

Angesichts seiner lebenswichtigen Bedeutung für den Menschen, ist der Baum seit jeher elementarer Bestandteil unserer Gedanken. Er gehört daher auch zu den häufigsten abgebildeten Motiven in der Kunst. Mit der Ausstellung nimmt das Museum Sinclair-Haus also ein traditionelles Naturmotiv in den Blick, das auch in der zeitgenössischen Kunst vielfach bearbeitet worden ist. Erstmals werden Werke aus einer hochkarätigen Privatsammlung gezeigt, die ganz auf das Baum-Sujet ausgerichtet ist. Ergänzt wird dieses Konvolut durch Exponate der ALTANA Kunstsammlung und weitere Leihgaben.

In einer abwechslungsreichen Abfolge von Skulpturen, Objekten, Gemälden, Zeichnungen und Filmen wird das Motiv des Baumes auf sehr unterschiedliche Art und Weise bearbeitet. Seine einzig artige Form wird als Ganzes aufgegriffen, aber auch in seinen Details: dem Stamm, dem Ast, den Blättern. Auch seine mythologische und märchenhafte Bedeutung spielt eine Rolle.

Und schließlich liefert der Baum mit seinem Holz auch einen künstlerisch genutzten Werkstoff, der gesammelt, zersägt oder zusammengesetzt unterschiedlichste Formen und Ausdrucksmöglichkeiten hervorbringt. Diese Vielfalt wird in der Ausstellung ersichtlich und zeigt zugleich umfassend, wie weit verzweigt die zeitgenössische Kunst auf den Baum als „Abbild von Welt und Leben“ reagiert.

Zu sehen sind Arbeiten von Darren Almond | Donald Baechler | Stephan Balkenhol | Georg Baselitz | Jean-Michel Basquiat | Joseph Beuys | Thomas Boeing | Karl Bohrmann | Herbert Brandl | Christoph Brech | Benjamin Butler | Aleksandar Duravcevic | Marcel Dzama | Ulrich Erben | India Evans | Laura Ford | John Gerrard | Tina Gillen | Rodney Graham | Sharon Harper | Jenny Holzer | Vollrath Hopp | Rebecca Horn | Izima Kaoru | Claire Kerr | Anselm Kiefer | Martin Kippenberger | Jirí Kolár | Ola Kolehmainen | Kim Krans | Stefan Kürten | Isa Lorenzo | Robert Mapplethorpe | Sean Montgomery | David Nash | Max Neumann | Navid Nuur | Satoshi Ohno | Hans op de Beeck | Stas Orlovski | Paul P. | Roxy Paine | Ester Partegàs | Sigmar Polke | Tal R | Tobias Rehberger | Gerhard Richter | Thomas Ruff | David Scher | Hans-Christian Schink | Iris Schomaker | Stefan Sehler | Doug & Mike Starn | Wolfgang Tillmans | Gert & Uwe Tobias | Rudolf Wachter | Mark Wagner | Brigitte Waldach | Jeff Wall | Matthias Weischer | Tom Wesselmann | Rachel Whiteread

PROGRAMMHEFT

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