Franz Gertsch Holzschnitte

Aus der Natur gerissen
10. März bis 26. Mai 2013

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Ausstellungsplakat
Ausstellungsplakat
Natascha II, 1986
Natascha II, 1986
Gelber Enzian, 2003
Gelber Enzian, 2003
Franz Gertsch
Franz Gertsch

FRANZ GERTSCH – Holzschnitte

Aus der Natur gerissen
10. März bis 26. Mai 2013

„Dürers Credo, ‚Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, wer sie heraus kann reissen, der hat sie‘, von meinem Vater, als ich noch ein Kind war gepredigt, erhielt wieder Bedeutung. Bei mir hiess das Herausreissen in erster Linie das Finden geeigneter Motive aus der unermesslichen Vielfalt der Natur. Ich fand sie rund um’s Haus und im Tal am wilden Schwarzwasser.“ – Franz Gertsch

Der Schweizer Künstler Franz Gertsch (geb. 1930) gab 1986 für einige Jahre die Malerei auf und wandte sich dem Holzschnitt zu. Gertsch, der Ende der 1970er-Jahre zunächst mit hyperrealistischen Gemälden bekannt wurde, fand in den Holzschnitten das Medium, das ihm die serielle Bearbeitung eines Motivs mit unterschiedlichen Farben ermöglicht. Die Ausstellung im Museum Sinclair-Haus zeigt eine repräsentative Auswahl der Holzschnitte von Franz Gertsch.

Die Porträts Natascha (1986) und Silvia (2008) bilden die chronologische Klammer der Ausstellung, die überwiegend großformatige Drucke und umfangreiche Serien mit Natur- und Landschaftsdarstellungen zeigt. Gertsch nimmt in den fein gearbeiteten Holzschnitten seichte Bewegungen an der Wasseroberfläche auf, lässt auf dem Papier Waldwege entstehen und lenkt den Fokus auf Gräser in Nahsicht. Durch fotografische Vorlagen zunächst aus der realen Umwelt gegriffen, verwandeln sich die Motive im Laufe eines mehrstufigen Entstehungsprozesses in die faszinierende Immaterialität eines atmosphärischen Farbraums. Gertsch überträgt während dieses Prozesses die Bildvorlage in ein filigranes Schema aus Lichtpunkten und treibt mit dem Hohleisen das Motiv Punkt für Punkt in eine Holzplatte.

Hinter dem durchlässigen Vorhang monochromer Farbe ermöglichen seine Holzschnitte eine völlig neue Sicht auf vertraute Naturmotive. Die in Zusammenarbeit mit Franz Gertsch konzipierte Ausstellung führt in einer konzentrierten Auswahl die drei entscheidenden Werkkomponenten Zeit, Motiv und Farbe zusammen.

Franz Gertsch lebt und arbeitet in Rüschegg im Kanton Bern, Schweiz.

Das Programmheft zur Ausstellung

Biografische Daten

1930geboren in Möringen, Kanton Bern, Schweiz
1947 - 1950Ausbildung in der Malschule Max von Mühlenen, Bern
1950 - 1952Weiterbildung bei Hans Schwarzenbach, Bern
1972Teilnahme an der documenta V,
Ausstellung im Kunstmuseum Luzern
1974 - 1975DAAD-Stipendium, Berlin
1976Umzug nach Rüschegg im Kanton Bern
1978Teilnahme La Biennale di Venezia
1986erste großformatige Holzschnitte entstehen
1990Ausstellung im Museum of Modern Art, New York
1994Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
1996Museum für Moderne Kunst, Frankfurt
1997Verleihung des Kaiserrings der Stadt Goslar
1999La Biennale di Venezia, Einzelpräsentation
2002Eröffnung des museum franz gertsch, Burgdorf
2003Ausstellung in der Pinakothek der Moderne, München,
dritte Teilnahme La Biennale di Venezia
2005Retrospektive im Kunstmuseum Bern
und im museum franz gertsch, Burgdorf
2006Retrospektive im Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, in der Albertina und im MUMOK, Wien
2011Ausstellung im Kunsthaus Zürich
2012Jubiläumsausstellung im museum franz gertsch, Burgdorf