Ziele und Prinzipien
des KulturTagJahrs

Das KulturTagJahr ist ein langfristiges interdisziplinäres Format kultureller Bildung für Schulen: Schüler erkunden ein Schuljahr lang gemeinsam mit Künstlern verschiedener Disziplinen die Natur. An einem festen Tag pro Woche geht es für einen gesamten Jahrgang um künstlerisches Erforschen als verbindlichen Teil des Unterrichts. Im Mittelpunkt des KulturTagJahrs steht die Begegnung der Kinder und Jugendlichen mit bedeutenden Künstlern, die über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv mit ihnen zusammen arbeiten. Ziel ist es, dass durch die Beschäftigung mit Kunst und Natur die Kreativität und Verantwortungsbereitschaft junger Menschen gestärkt und so ein Beitrag zur Entwicklung ihrer Persönlichkeiten geleistet wird. Der Ansatz ist interdisziplinär: Künstler aus den Sparten Tanz, Musik, Literatur in Verbindung mit Schauspiel sowie Bildende Kunst geben den Kindern und Jugendlichen einen umfassenden Einblick in die Vielfalt künstlerischer Techniken.

Das KulturTagJahr fußt auf verschiedenen Prinzipien. Diese geben der Zusammenarbeit zwischen Schülern und Künstlern einen Rahmen, an dem sie sich einerseits orientieren und in dem sie sich zugleich möglichst frei künstlerisch entfalten können. Dazu gehören neben der Interdisziplinarität der Faktor Zeit, die außerschulischen Lernorte und die Begegnung mit Kunst und Natur.
 

Nicht nur das Schulgebäude verändert sich sichtbar, auch die Schulkultur
Schüler haben Zeit für künstlerische Prozesse
Bei einer interdisziplinären Präsentation werden Kunst, Musik, Tanz, Literatur verbunden
Natur als Arbeitsort im KulturTagJahr
Schüler zu Besuch im Ensemble Modern
Gemeinsam stehen alle Schüler eines Jahrgangs am Ende des KulturTagJahrs auf der Bühne

PRINZIPIEN 

ZEIT FÜR KULTUR

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für künstlerische Prozesse ist der Faktor Zeit. Die KulturTagJahr-Schulen erklären sich bereit, einen gesamten Vormittag pro Woche mit bis zu fünf Zeitstunden der Kultur zur Verfügung zu stellen. Dafür bilden sie eine Einheit aus den Fächern Deutsch, Musik, Sport und Kunst, die die vier Künste Literatur/Schauspiel,  Bildende Kunst, Musik und Tanz abdecken. Das KulturTagJahr bleibt damit Bestandteil der zu benotenden Fächer. Im engen Austausch mit den Künstlern finden die unterrichtenden Lehrer Bewertungsmaßstäbe, die den Blick auf die Schüler und ihre Fähigkeiten oftmals ganz neu öffnen können. Eine weitere notwendige Voraussetzung für das KulturTagJahr ist das Aufbrechen der gewohnten Zeitstruktur. Künstler, Lehrer und Schüler teilen Arbeitsphasen und Pausen entsprechend dem Bedarf und unabhängig vom vorgegebenen Stundensystem der Schule ein. Nur so sind für die Schüler vertiefende, individuelle kreative Prozesse möglich, die Gelegenheit geben, die Künste zu entdecken, zu erproben und zu hinterfragen, bei der Umsetzung eigener Ideen zu scheitern, sich dadurch weiterzuentwickeln, zu spezialisieren, um sich schließlich mit den eigenen Ergebnissen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die ausdauernde Auseinandersetzung jedes einzelnen Schülers mit der Kunst steht im Mittelpunkt. In der einjährigen Zusammenarbeit mit professionellen Künstlern lernen sich die Kinder und Jugendlichen auch selbst neu kennen.

KUNST UND NATUR

Das Arbeiten in und mit der Natur ist ein grundlegender Bestandteil des KulturTagJahrs. Künstler und Lehrer begleiten die Schüler auf ihrer künstlerischen Forschungsreise durch die Natur. Ausgehend von der Kunstsammlung der ALTANA Kulturstiftung „An die Natur“ mit 600 Werken zeitgenössischer Künstler und auf Exkursionen in der Natur erarbeiten die Kinder und Jugendlichen eigene bildnerische, tänzerische, musikalische und literarische Zugänge zu ihrer Umwelt. Die Jugendlichen erkunden Natur, erproben Naturmaterialien und verlassen dazu regelmäßig das Schulgebäude. Diese unmittelbare Begegnung mit der Natur bietet den Schülern neue sinnliche Erfahrungen (Materialien und Stoffe) und ist damit Grundlage für ihre künstlerische Forschung.

AUSSERSCHULISCHE LERNORTE

Das künstlerische Arbeiten an außerschulischen Lernorten (Wald, Park, Zoo, Museen, Bühnen, Ateliers ...) ist ein wichtiger Bestandteil des KulturTagJahrs: Es öffnet das Interesse der Schüler und verändert die eingeschliffenen sozialen Gewohnheiten der Klassenverbände. Erst ein zusammenhängender Zeitblock von vier Zeitstunden ermöglicht Besuche entfernt gelegener Orte und Kulturinstitutionen. So kann unabhängig von den räumlichen und zeitlichen Gegebenheiten der Schule frei gearbeitet werden.

ZIELE

Im Mittelpunkt des KulturTagJahrs stehen die zahlreichen Begegnungen der Schüler mit den authentischen Künstlerpersönlichkeiten und die intensive eigene Auseinandersetzung mit den vier Künsten. Neben der Öffnung der Heranwachsenden für die Kunst und der Sensibilisierung für die Natur möchte das KulturTagJahr das individuelle Selbstbewusstsein der Schüler stärken und die Schulkultur nachhaltig verändern.

SELBSTBEWUSSTSEIN STÄRKEN UND PERSÖNLICHKEIT ENTWICKELN

Während des Schaffensprozesses im KulturTagJahr entdecken die Kinder ihr schöpferisches Potenzial und finden in der Auseinandersetzung mit ihren eigenen Werken zu einer neuen Selbsteinschätzung, die ihr Selbstvertrauen stärkt. Somit stellt das KulturTagJahr einen nachhaltigen Beitrag zur ästhetischen Erziehung und zur Persönlichkeitsentfaltung der Schüler dar. Zugleich ermöglicht das Aufbrechen des Klassenverbandes und des Stundensystems ein intensives Gemeinschaftserlebnis von Schülern, Lehrern und Künstlern.

SCHULKULTUR VERÄNDERN

Das Konzept der ALTANA Kulturstiftung setzt auf Langfristigkeit in der kulturellen Bildung. Schulen, die sich auf die Herausforderung eines KulturTagJahrs einlassen, verpflichten sich perspektivisch für mehrere Jahre. Hierdurch werden im besten Fall alle Schüler-Jahrgänge und zahlreiche Lehrer einer Schule erreicht und dadurch Schulkultur langfristig verändert. Alle Teilnehmenden – Schüler, Künstler und Lehrer – transportieren die Idee des künstlerischen Zusammenarbeitens in die Schule. Eine Sogwirkung, die Kultur im Schulleben fest verankert. Die Interdisziplinarität des KulturTagJahrs, die vier Kunstsparten gleichwertig berücksichtigt, verleiht den Schülern ein Bewusstsein für das Andere, mitunter Fremde, wodurch zugleich Toleranz gefördert wird. Die Künstler werden in ihrer Professionalität und Authentizität wahrgenommen und als Bereicherung des Schullebens empfunden, sie brechen Sehgewohnheiten auf und verkörpern einen freiheitlichen, individuellen Ansatz des Lehrens und Lernens. Gemeinschaftliche Erfahrungen, ein neues Verständnis und ein neuer Umgang mit den Künsten prägen im positiven Sinne die gesamte Institution. Über das KulturTagJahr hinaus werden daher in den Schulen Programme und AGs entwickelt, die den Schülern eine Weiterarbeit mit den Künstlern ermöglichen. Kulturelle Bildung wird so fest im Schulalltag verankert.


WEITERGEHENDE INFORMATIONEN

Was sind Qualitätsmerkmale eines KulturTagJahrs?


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